Samstag, 10. Mai 2014


Beim Schneiden des Videos erreicht uns die Nachricht, dass der Polizeichef von dem Oleg erzählt, entführt wurde.
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Oleg kommt aus der Ukraine, lebt aber in Kiew.
Auf dem Maidan seit dem Beginn der Proteste und leitet seine Wache im Donetsk-Zelt. Er ist überzeugter Anhänger, der vereinten Ukraine und meint, die Separatisten im Osten seien bezahlt. Mit der Übergangsregierung ist er auch unzufrieden.

https://www.youtube.com/watch?v=P6VLN9JLNEQ&feature=youtu.be

Milania und Nikolai aus Kiew über den Maidan, Erwartungen von Wahlen und den Rechten Sektor.

Milania and Nikolai from Kiev talk about Maidan, their expectations from elections and the Right Sector.

(Russian with German Subtitles)


https://www.youtube.com/watch?v=0XdBmWjs4N4&feature=youtu.be 
Jeden Tag wird auf dem Maidan die Talkshow "Шустер LIVE" ausgestrahlt.

Hier bespricht der Moderator mit geladenen Gästen der verschiedenen Lager, was im Osten passiert. Alle Regionen der Ukraine, auch der Krim, betont der Moderator, sind im Publikum vertreten.

Im Laufe der Sendung können diese die Frage "Haben sie Angst vor einem Krieg" (Sendung vom 9. Mai) laufend beantworten. Die Zahl (Ja-Stimmen) variiert von ungefähr 30 - 97 % je nachdem was Gäste erzählen.

Es macht den Eindruck, die Menschen die wir befragen, argumentieren ausschließlich anhand des ausgestrahlten Materials.

Viele haben große Angst vor dem, was im Osten passiert.

Es gibt bisher keine einzige bestätigte Nachricht. Aussagen widersprechen sich oft.

Russische Sender werden in der Ukraine nicht ausgestrahlt.
Die Information aus Mariopol: "Tschetschenische Söldner haben den orthodoxen Priester Pawel Schutschenko in der Nähe der Grenzbarrikaden getötet. Schon als er tot war, haben sie seine Ohren abgeschnitten und die Augen rausgenommen." Es wird allen Journalisten abgeraten, in die Donetsk Oblast zu fahren. Hier in Kiew, auf dem Maidan, haben wir gerade mit der sogenannten Maidan-Wache gesprochen. Die Leute haben Angst. Sie erzählen, dass sie allein heute schon mehrmals gebetet haben. Der Krieg habe gerade angefangen, sagen sie. Auf die Frage ob der Priester das einzige Opfer solcher grausamen Tötungen sei, schweigen sie. Dann sagt einer von ihnen, flüsternd: "Nein, es sind ganz viele. Das sind Tschetschenen." Uns wird geraten aus Sicherheitsgründen zum Thema gar nicht zu recherchieren. Lebensgefährlich.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Der Grenzübergang von Polen in die Ukraine verlief normal und ohne erwähnenswerte Details.



Kurz vor Rivne bemerken wir einen Gesprächsfetzen eines Mitreisenden: "Ich komme später. Wir hängen wieder in den Barrikaden fest."
Dann entdecken auch wir die Barrikaden. Aufeinandergetürmte Sandsäcke und dazwischen eingeklemmte bewaffnete Männer.



Ein Mann mit Maschinengewehr winkt unseren Reisebus von Warschau nach Kiew heraus.
Ein anderer sitzt Breitbeinig auf einem Berg aus Sandsäcken und raucht.

Aussteigen dürfen wir nicht. 

Nicht nur in Rivne, sondern auch in Lutsk sehen wie Wahlkampfplakate. Eins davon ist von Oleg Lyaschko (Олег Ляшко): "Tod für die Okkupanten". 



Um 23 Uhr MEZ erreichen wir Kiew. 

Kurz vor der Stadt werden wir wieder von den uniformierten und bewaffneten Menschen angehalten. Sie stehen dort als "Schutz vor möglichen Provokationen am 9. Mai".

Beim Aussteigen am Busbahnhof in Kiew ergibt sich ein Gespräch mit zwei Jugendlichen aus Kiew. Sie warnen uns vor möglichen Auseinandersetzungen am 9. Mai. 

FoU: "Is there a parade celebrating the 9th of May?"

"Well, every year we celebrate this day, but this year there are no more celebrations. That's what our government decided."

FoU: "Isn't it strange for u that u don't celebrate this day anymore?"

"Well, people of our age from 22, 25 and 27, they have another point of view about the Second World war. 
We try not to celebrate the 8th of May. We try to celebrate the 8th of May as the day of memories for people that died during the Second World war.

People who are older than us ... 35, 40, 50, 60 for them its the red day of the calendar.
Because people who were born in the soviet union .. they are thinking much different..."

Mittwoch, 7. Mai 2014


Über 1000 Fans in 24 Stunden: Ein Ukraine-Projekt 

980, 985, 986 ...
Die Fans von „Faces of Ukraine“ klicken sich in Schwindel erregende Höhen. Damit haben wir beide nicht gerechnet. Einen Kaffee später kratzen wir die Tausendermarke. 


24 Stunden früher hatten wir nur 41 Fans auf Facebook und standen auf einer kleinen Tribüne am Brandenburger Tor. Lars Mährholz, Organisator der Montagsdemo „Mahnwache für Frieden“, hatte uns vor dem Ende der Veranstaltung die Chance gegeben zu sprechen. 

 
Der 5. Mai ist ein kühler Tag in Berlin. Ich treffe mich mit meinem Kollegen Simon am Brandenburger Tor. Wir wollen uns ein Bild von der Friedensdemo machen, welche immer wieder durch die Medien im schlechten Licht dargestellt wurde. FAZ, Berliner Zeitung, Süddeutsche Zeitung verunglimpften die Demonstranten als „Spinner“ und „Antisemiten“. 

Der Veranstalter verneint jegliche Verbindung zu Links- und Rechtsradikalen. Die wichtigste Botschaft dieser Demo sei Frieden in Europa und auf der Welt. Lars fordert auch eine „ehrliche Berichterstattung“, gerade in der Ukraine-Krise. Dem geben gut 2000 Versammelte Recht und skandieren „Freiheit und Gerechtigkeit!“ 

Wir fühlen uns angesprochen und gehen auf die Bühne. Fünf Minuten dauert unser Auftritt.

Ende April startete unser Projekt „Faces of Ukraine“ im Netz. Nach dem Zeit Online Fall und dessen Code of Ethics wuchs der Zweifel an der ausgewogenen Berichterstattung der Medien. Einseitig und hetzerisch – so nahmen wir die Presse wahr. 

Jetzt erreicht unsere Facebook-Seite schon 1316 Fans. Der Wunsch nach einer freien Berichterstattung liegt offenbar vielen am Herzen. Erfreulich.